Wie viel Vorlauf braucht ein Umzug?
Zwei bis drei Wochen für einen normalen Privatumzug. Vier bis sechs Wochen für einen Firmenumzug. Sechs Wochen für einen Termin zum Monatsende zwischen Juni und September.
Wenn eine Halteverbotszone nötig ist — und das ist sie in den Münchner Innenstadtvierteln fast immer —, setzt deren Vorlauf von rund drei Wochen die eigentliche Untergrenze. Sie lässt sich nicht beschleunigen, auch nicht gegen Aufpreis.
Warum in München alle gleichzeitig umziehen
Der Grund ist banal und strukturell: Deutsche Mietverträge enden zum Monatsende. Die gesetzliche Kündigungsfrist für Wohnraum beträgt drei Monate zum Monatsende, und fast jeder Mietvertrag folgt diesem Muster.
Daraus ergibt sich eine Nachfragespitze, die sich in jedem Monat wiederholt: Die letzten drei bis vier Werktage sind bei allen Anbietern gleichzeitig ausgelastet. Das ist kein Preisspiel und keine künstliche Verknappung, sondern eine Folge davon, dass ein ganzer Wohnungsmarkt denselben Stichtag hat.
In München verschärft sich das durch zwei Faktoren. Erstens die Marktlage: Wer eine Wohnung findet, nimmt sie zum nächstmöglichen Termin und kann selten verhandeln. Zweitens die Universitäten: Semesterwechsel im Oktober und im April verschieben zusätzlich viele kleine Umzüge in dieselben zwei Wochen.
Der Jahresverlauf
Januar bis März — die ruhigste Zeit. Termine sind auch kurzfristig verfügbar, oft sogar am Monatsende. Wer flexibel ist, zieht jetzt um.
April bis Mai — die Nachfrage zieht an. Zwei bis drei Wochen Vorlauf reichen weiterhin, außer für die letzten Tage des Monats.
Juni bis September — die Hochsaison. Familien ziehen zwischen zwei Schuljahren um, Berufseinsteiger zum Quartalswechsel, Studierende vor dem Wintersemester. In diesen vier Monaten sind die Monatsenden regelmäßig vier bis sechs Wochen im Voraus vergeben.
Oktober — die Spitze läuft aus, aber der Semesterbeginn hält die Nachfrage nach kleinen Umzügen hoch, besonders in der Maxvorstadt, in Schwabing und rund um den Campus Garching.
November bis Dezember — wieder entspannt, mit einer Ausnahme: Die Woche vor Weihnachten ist beliebter, als man denkt, weil viele zwischen den Jahren Urlaub haben.
Die Wochentage
Dienstag bis Donnerstag sind die besten Umzugstage. Die Verkehrslage in München ist berechenbar, Behörden sind erreichbar, Hausverwaltungen auch.
Montag ist der schlechteste Werktag — die Verkehrsbelastung ist am höchsten, und was am Wochenende nicht vorbereitet wurde, fällt jetzt auf.
Freitag funktioniert vormittags gut und wird nachmittags zäh, sobald der Wochenendverkehr einsetzt.
Samstag kostet einen Zuschlag von 50 Prozent. Für Privatumzüge lohnt er sich selten, für Firmenumzüge fast immer — dort spart er einen Arbeitstag.
Sonntag und Feiertage sind nur nach Absprache und nur, soweit gesetzlich zulässig, möglich. § 9 des Arbeitszeitgesetzes verbietet die Beschäftigung von Arbeitnehmern an diesen Tagen außerhalb der zugelassenen Ausnahmen. Wo es zulässig ist, gilt der doppelte Satz.
Was zusätzlich Vorlauf braucht
Der Umzugswagen ist selten der Engpass. Diese vier Dinge sind es:
Die Halteverbotszone — rund drei Wochen beim Kreisverwaltungsreferat. Bei einem Umzug ins Umland laufen zwei Anträge bei zwei Behörden; die langsamere bestimmt den Termin.
Der Lastenaufzug — in Hochhäusern und Neubauanlagen reservierungspflichtig, mit festen Zeitfenstern und teilweise Ausschluss von Wochenendterminen. Klären Sie das, sobald der Termin feststeht.
Der Möbellift — wird bei einem Fremdanbieter beauftragt und braucht zusätzlich Standfläche, also eine erweiterte Halteverbotszone. Beides zusammen und mit demselben Vorlauf.
Der Internetanschluss — kein Umzugsthema im engeren Sinn, aber der Punkt, der am häufigsten zu spät angegangen wird. Bei einem Anbieterwechsel sind vier bis sechs Wochen normal.
Wann Sie anrufen sollten
Sobald der Mietvertrag unterschrieben ist — nicht erst, wenn Sie gekündigt haben. Ein reservierter Termin lässt sich verschieben; ein Termin, den es nicht mehr gibt, nicht.
Für die Anfrage brauchen Sie nicht viel: Wohnfläche, Zimmerzahl, beide Adressen mit Stockwerk, ungefähres Datum. Die Besichtigung und die Feinheiten kommen danach.
Expressumzug: was wirklich geht
Nach Verfügbarkeit organisieren wir Umzüge innerhalb von 24 Stunden, abgerechnet zum doppelten Satz. Realistisch ist das unter drei Bedingungen: Die Wohnung ist klein — bis etwa 25 Kubikmeter. Es ist keine Halteverbotszone nötig oder beide Adressen liegen außerhalb der Parklizenzgebiete. Und es ist gepackt.
Der dritte Punkt ist der, an dem Expressumzüge tatsächlich scheitern. Ein Team, das um acht Uhr vor einer ungepackten Wohnung steht, kann packen — dann ist es aber kein Expressumzug mehr, sondern eine Vollverpackung mit anschließendem Transport, und das dauert zwei Tage.
Der beste Termin, wenn Sie die Wahl haben
Mitte des Monats, Dienstag bis Donnerstag, zwischen November und März. Sie bekommen ohne Weiteres einen Termin, haben Auswahl bei der Uhrzeit und treffen auf ein Team, das nicht seit drei Wochen jeden Tag im Einsatz ist.
Die meisten Menschen haben diese Wahl nicht — der Mietvertrag entscheidet. Dann gilt die einfachere Regel: früh anrufen. Der Unterschied zwischen sechs Wochen und zwei Wochen Vorlauf ist in München nicht der Preis, sondern die Frage, ob der Wunschtermin überhaupt zu haben ist.
Was passiert, wenn Sie zu spät anfragen
Drei Szenarien, in aufsteigender Unannehmlichkeit:
Zwei Wochen vorher, keine Zone nötig. Meistens unproblematisch. Sie bekommen einen Termin, vielleicht nicht den Wunschtag, aber einen in derselben Woche.
Zwei Wochen vorher, Zone nötig. Die Zone geht nicht mehr. Sie ziehen ohne um, das Fahrzeug steht weiter weg, und der Trageweg verlängert die Arbeitszeit um ein bis zwei Stunden je Person. Bei einem Team von drei Personen ist das ein spürbarer Betrag — und der ist höher als die 300 €, die die Zone gekostet hätte.
Eine Woche vorher, Monatsende im Sommer. Dann wird es eng bei allen Anbietern gleichzeitig. Was noch geht: ein Termin unter der Woche statt am Monatsletzten, oder ein Expresszuschlag. Was nicht geht: der Freitag vor dem Monatswechsel im August.
Der Zusammenhang, den man einmal verstehen sollte
Die Terminplanung eines Umzugs hat eine Kette, und sie hat immer dieselbe Reihenfolge:
Mietvertrag → Umzugstermin → Halteverbotszone → alles andere.
Der Fehler, der am häufigsten passiert, ist, die Kette umzudrehen: erst die Behördengänge, dann das Packen, dann irgendwann der Anruf beim Umzugsunternehmen. Dann steht am Ende ein Termin fest, für den es kein Fahrzeug mehr gibt.
Rufen Sie an, sobald der Mietvertrag unterschrieben ist — auch wenn Sie das Datum noch nicht genau wissen. Ein grob reservierter Termin lässt sich präzisieren; ein vergebener nicht.
Wie kurzfristig es wirklich noch geht
Zur Orientierung, was auch bei knapper Zeit funktioniert:
| Vorlauf | Was noch möglich ist |
|---|---|
| 6 Wochen+ | Jeder Termin, inklusive Monatsende im Sommer |
| 3–4 Wochen | Termin nach Wunsch, Halteverbotszone möglich |
| 2 Wochen | Termin meist möglich, Zone knapp |
| 1 Woche | Termin unter der Woche, ohne Zone |
| 24–48 Stunden | Expressumzug, kleine Wohnung, doppelter Satz |
Was in keiner Zeile steht: eine Halteverbotszone in weniger als drei Wochen. Die gibt es nicht, in keiner Preisklasse.
Der eine Satz, der die meiste Zeit spart
Rufen Sie an, wenn der Mietvertrag unterschrieben ist — nicht, wenn der Umzug organisiert werden soll.
Zwischen diesen beiden Zeitpunkten liegen bei den meisten Menschen zwei bis drei Wochen, in denen andere Dinge wichtiger scheinen. Es sind aber genau die Wochen, in denen ein Termin noch frei ist und in denen eine Halteverbotszone noch beantragt werden kann.
