Was ein Fernumzug ab München kostet
Ein Fernumzug wird nach Volumen kalkuliert wie ein Ortswechsel, plus einer Kilometerpauschale von 0,55 € pro Kilometer brutto.
| Strecke ab München | Entfernung | Fahrtkosten einfach |
|---|---|---|
| Nürnberg | ca. 170 km | ca. 94 € |
| Stuttgart | ca. 220 km | ca. 121 € |
| Frankfurt am Main | ca. 390 km | ca. 215 € |
| Berlin | ca. 590 km | ca. 325 € |
| Köln | ca. 580 km | ca. 319 € |
| Hamburg | ca. 780 km | ca. 429 € |
| Wien | ca. 440 km | ca. 242 € |
| Prag | ca. 380 km | ca. 209 € |
Dazu kommt der Grundpreis nach Wohnungsgröße: 1.100 – 2.000 € für drei Zimmer, 1.400 – 2.800 € für vier, 2.400 – 4.500 € für ein Haus.
Ob die Rückfahrt anteilig berechnet wird, hängt davon ab, ob wir auf dem Rückweg eine Ladung mitnehmen können. Das klären wir vor dem Angebot und nicht in der Rechnung.
Wie lange es dauert
Bis etwa 500 Kilometer ist ein Fernumzug ein Tagesgeschäft: morgens verladen, nachmittags am Zielort entladen.
Darüber wird es zweitägig. Der Grund sind die gesetzlichen Lenk- und Ruhezeiten der Fahrer, und die sind nicht verhandelbar. München–Hamburg, München–Kiel oder München–Zagreb sind zweitägig, unabhängig davon, wie früh man startet.
Bei zweitägigen Umzügen bleibt die Ladung über Nacht gesichert im Fahrzeug oder in einem Zwischenlager, je nach Route. Wichtig ist dann eines: Die Zieladresse muss am zweiten Tag zugänglich sein. Ein Fahrzeug, das vor einer verschlossenen Tür steht, ist die teuerste Stunde des ganzen Umzugs.
Die vier Dinge, die anders geplant werden müssen
Erstens: Es gibt keine zweite Fahrt. Bei einem Umzug innerhalb Münchens kann man notfalls noch einmal zurückfahren. Bei 600 Kilometern nicht. Alles muss am Verladetag fertig sein — auch der Keller, auch der Balkon, auch die Garage.
Zweitens: Halteverbotszonen an beiden Adressen. Am Zielort ist sie wichtiger als in München, weil wir die Straße dort nicht kennen. Beantragt wird sie bei der örtlichen Behörde, mit örtlichen Gebühren und örtlichen Fristen. Die langsamere der beiden Behörden bestimmt den frühestmöglichen Termin.
Drittens: Der Zugang zur neuen Wohnung. Schlüssel und ein Ansprechpartner müssen am Ankunftstag verfügbar sein. Bei zweitägigen Umzügen ist das der Punkt, der am häufigsten schiefgeht, weil der Ankunftstag nicht der Tag ist, an dem man selbst losgefahren ist.
Viertens: Die Versicherung. Auf 600 Kilometern wirkt deutlich mehr Bewegung auf die Ladung als auf sechs. Die gesetzliche Haftungsgrenze bleibt bei 620 Euro je Kubikmeter — das Risiko steigt trotzdem. Bei hochwertiger Einrichtung empfehlen wir bei Fernumzügen häufiger zu einer Zusatzversicherung als bei einem Ortswechsel.
Umzug innerhalb der EU
Das ist einfacher, als die meisten erwarten: Für Übersiedlungsgut fällt innerhalb der EU keine Zollabwicklung an. Es gibt keine Warenanmeldung, keine Zollpapiere, keine Wartezeiten an der Grenze.
Häufige Ziele aus München sind Österreich, Tschechien, die Slowakei, Polen, Kroatien und Italien — teils, weil die Entfernungen überschaubar sind, teils, weil München eine große mittel- und osteuropäische Community hat.
Was Sie klären sollten:
- Parkregeln am Zielort. Andere Länder, andere Regeln. In manchen Städten ist eine Halteverbotszone problemlos zu bekommen, in anderen gar nicht vorgesehen.
- Zugangszeiten. In südeuropäischen Städten sind Innenstadtzufahrten teilweise nur zu bestimmten Zeiten erlaubt.
- Die Sprache. Wir beraten auf Deutsch, Englisch, Slowakisch, Tschechisch, Polnisch, Ukrainisch und Kroatisch. Bei einem grenzüberschreitenden Umzug ist das kein Komfort, sondern der Unterschied zwischen einem Vertrag, den man versteht, und einem, den man hofft verstanden zu haben.
Was wir nicht machen: Überseeumzüge
Überseeumzüge per Seecontainer oder Luftfracht bieten wir nicht an. Dafür braucht es eine Spedition mit eigener Seefracht- und Zollabwicklung, Containerstellung und Papieren, die wir nicht vorhalten.
Wir sagen das lieber hier, als einen Auftrag anzunehmen und ihn dann weiterzureichen — bei einem weitergereichten Auftrag zahlen Sie eine Vermittlungsmarge für Leistung, die ein anderer erbringt.
Warum wir keine Beiladungen fahren
Beiladung heißt: mehrere Haushalte in einem Fahrzeug. Das ist günstiger und hat einen Preis, der nicht in Euro gemessen wird — einen Liefertermin, der ein Fenster ist. Wann Ihre Ladung ankommt, hängt davon ab, wann die anderen Ladungen passen.
Wir fahren Direktumzüge mit festem Termin. Das ist teurer und planbar.
Wenn Ihr Budget eine Beiladung verlangt, sagen wir Ihnen offen, dass Sie bei einem Beiladungsspezialisten besser aufgehoben sind. Das ist keine Ablehnung, sondern die ehrlichere Antwort.
Wenn Auszug und Einzug nicht zusammenpassen
Bei Fernumzügen kommt das häufiger vor als bei Ortswechseln, weil zwei Wohnungsmärkte beteiligt sind. Die Lösung ist eine Zwischenlagerung — und die findet sinnvollerweise in München statt, nicht am Zielort.
Der Grund ist praktisch: Am Zielort haben wir kein Lager, in München schon. Eingelagert wird also hier, gefahren wird zum Einzugstermin. Das ist eine Fahrt statt zweier und der günstigere Weg.
Die Besichtigung ist bei Fernumzügen wichtiger
Bei einem Umzug innerhalb Münchens ist eine Fehleinschätzung des Volumens ärgerlich und korrigierbar. Bei einem Fernumzug ist sie teuer: Ein zweites Fahrzeug, das 600 Kilometer hinterherfahren muss, kostet mehr als der ursprüngliche Umzug.
Deshalb bestehen wir bei Fernumzügen auf einer Besichtigung — vor Ort oder per Video, mit sorgfältiger Aufnahme von Keller, Dachboden und Nebenräumen. Zwanzig Minuten am Bildschirm ersparen im Zweifel einen vierstelligen Betrag.
Was Sie beim Fernumzug selbst vorbereiten sollten
Bei einem Ortswechsel innerhalb Münchens verzeiht ein Umzug Nachlässigkeit — man kann noch einmal zurückfahren. Bei 600 Kilometern nicht. Fünf Punkte, die deshalb vorher stehen müssen:
Alles ist gepackt, auch der Keller. Nicht "fast alles". Was am Verladetag nicht im Karton ist, bleibt zurück oder verzögert die Abfahrt — und bei einem Zwei-Tages-Umzug verschiebt eine Stunde Verzögerung am Morgen die gesamte Route.
Die Zieladresse ist zugänglich. Schlüssel, Ansprechpartner, Hausordnung geklärt. Wenn Sie selbst später ankommen als das Fahrzeug, muss jemand anderes aufschließen können.
Der Strom ist an. In der neuen Wohnung, am Ankunftstag. Ein Aufbau bei Dunkelheit ohne Licht ist im Winter ein realistisches Problem.
Die Halteverbotszone ist beantragt — an beiden Enden, bei zwei Behörden, mit unterschiedlichen Fristen.
Wertsachen und Dokumente reisen mit Ihnen. Bei einem zweitägigen Umzug ist das Fahrzeug eine Nacht unterwegs. Alles, was Sie am nächsten Morgen brauchen könnten, gehört ins eigene Gepäck.
Der Preisvergleich bei Fernumzügen
Fernumzugsangebote sind schwerer zu vergleichen als Nahumzugsangebote, weil mehr Variablen darin stecken. Fragen Sie bei jedem Angebot diese vier Dinge ab:
- Ist die Rückfahrt eingerechnet? Das macht bei 600 Kilometern mehrere hundert Euro aus.
- Direktumzug oder Beiladung? Bei Beiladung bekommen Sie ein Lieferfenster, keinen Liefertag.
- Sind Halteverbotszonen an beiden Adressen enthalten?
- Ein Tag oder zwei? Ein Angebot, das München–Hamburg als Tagesumzug kalkuliert, hat die Lenkzeiten nicht berücksichtigt — und wird entweder teurer oder nicht eingehalten.
Wenn ein Angebot bei 600 Kilometern deutlich unter den anderen liegt, ist meistens einer dieser vier Punkte die Erklärung.
