Warum Zwischenlagerung in München so häufig ist
Der alte Mietvertrag endet zum 31., die neue Wohnung wird zum 15. des Folgemonats frei. Dazwischen müssen dreißig Kubikmeter irgendwohin.
Das ist kein Ausnahmefall, sondern eine Folge eines angespannten Wohnungsmarkts: Wer eine Wohnung findet, nimmt sie zu dem Termin, zu dem sie frei wird, und kann selten verhandeln. Zwei Wochen Lücke sind der Normalfall, vier keine Seltenheit.
Was eine Zwischenlagerung kostet — und woran das hängt
Der Preis richtet sich nach zwei Größen: Volumen und Dauer. Anders als bei den Umzugsleistungen selbst veröffentlichen wir dafür keine Tabellenspanne, weil sie ohne diese beiden Angaben nichts aussagt — dreißig Kubikmeter für zehn Tage und dreißig Kubikmeter für sechs Monate sind völlig verschiedene Aufträge.
Was die Kalkulation zusätzlich beeinflusst:
- Eigenes Abteil oder gemeinsame Lagerung. Ein eigenes Abteil kostet mehr und erlaubt einfacheren Zugriff.
- Zugriff während der Lagerzeit. Wer zwischendurch an Dinge muss, braucht eine Lagerung, die das zulässt — das schränkt die Stapelmöglichkeiten ein.
- Die Zahl der Auslieferungen. Eine Lieferung an eine Adresse ist der Normalfall; zwei Adressen bedeuten zwei Anfahrten.
Der entscheidende Planungspunkt: einmal demontieren, nicht zweimal
Bei einem Umzug mit Zwischenlagerung wird zweimal verladen — und genau hier entstehen die Mehrkosten, wenn man nicht aufpasst.
Der Fehler, der Geld kostet: Möbel werden für den Transport ins Lager demontiert, dort wieder aufgebaut, für den Weitertransport erneut demontiert und am Ziel ein drittes Mal aufgebaut. Das ist zweimal Möbelmontage zu je 200 – 600 €, wo einmal gereicht hätte.
Wenn die Zwischenlagerung von Anfang an eingeplant ist, bleiben Möbel demontiert. Sie werden zerlegt eingelagert, zerlegt transportiert und erst am Zielort aufgebaut. Das spart eine komplette Montage — und weil zerlegte Möbel etwa ein Drittel weniger Volumen belegen, auch Lagerkosten.
Sagen Sie deshalb bei der Besichtigung, dass eingelagert wird. Es ändert die Planung von Grund auf.
Der zweite Punkt: die Zugriffskiste
Egal wie kurz die Lagerzeit ist — irgendetwas brauchen Sie. Der Winterjackenkarton im September, die Bohrmaschine, die Unterlagen für die Steuererklärung, das Kinderfahrrad.
Sagen Sie beim Einlagern, worauf Sie voraussichtlich zugreifen wollen. Diese Kisten werden vorn eingelagert und sind in Minuten erreichbar. Wer das nicht sagt, findet seinen Karton hinter dem zerlegten Kleiderschrank in der dritten Reihe.
Haftung: der Unterschied, den man kennen sollte
Für den Transport gilt die gesetzliche Haftung des Möbelspediteurs nach § 451e HGB: 620 Euro je Kubikmeter Laderaum.
Für die Lagerzeit gilt das nicht. Dort gelten die Bedingungen des Lagervertrags, die Sie mit dem Angebot erhalten. Das ist ein anderer Vertrag mit anderen Regeln.
Praktisch heißt das: Wer wertvolle Einrichtung über mehrere Monate einlagert, sollte über eine Zusatzversicherung zum selbst erklärten Wert sprechen. Bei einer Lagerung über zwei Wochen ist das selten nötig, bei einer über sechs Monate fast immer sinnvoll.
Was nicht ins Lager gehört
Verderbliches und Auslaufendes: Lebensmittel, offene Flüssigkeiten, Farben und Lösungsmittel, Kerzen im Sommer.
Dokumente, Schmuck und Bargeld: Die gehören zu Ihnen, nicht in ein Lager.
Akkus und Batterien: Über Monate können sie auslaufen. Nehmen Sie sie aus Geräten und Werkzeugen heraus.
Luftdicht verpackte Polstermöbel: Abdecken ja, in Folie einschweißen nein — darunter bildet sich Kondenswasser.
Ab drei Monaten: erst sichten, dann lagern
Eine Beobachtung aus der Praxis: Was ein Vierteljahr im Lager steht, ohne dass es jemand vermisst, zieht häufig auch danach nicht mehr ein.
Bei längeren Lagerzeiten lohnt es sich deshalb, den Bestand vor dem Einlagern durchzugehen. Jeder Kubikmeter, der nicht eingelagert wird, kostet weder Transport noch Lagerung noch Auslieferung — dreifach gespart. Bei einem Hausumzug mit Lagerung sind zehn bis zwanzig Prozent Volumenreduktion realistisch, und das ist der größte Hebel, den es bei dieser Auftragsart gibt.
Was weg soll, entsorgen wir über die Schwestermarke desselben Unternehmens, im selben Auftrag und ohne zweite Anfahrt.
Betreute Einlagerung oder Selfstorage?
Selfstorage lohnt sich, wenn Sie ständigen Zugriff brauchen und selbst ein- und ausräumen wollen. Sie mieten eine Box und organisieren die Transporte selbst.
Betreute Einlagerung lohnt sich, wenn Sie das nicht wollen: Wir laden ein, lagern, liefern zum Wunschtermin und tragen wieder hinein.
Für die klassische Lücke zwischen Auszug und Einzug ist die betreute Variante fast immer die günstigere Gesamtrechnung, weil bei Selfstorage beide Transporte an Ihnen hängen bleiben — inklusive Mietwagen, Helfern und zwei verlorenen Tagen.
Wenn Sie dagegen jeden zweiten Tag an Ihre Sachen müssen, sagen wir Ihnen offen, dass Selfstorage die passendere Lösung ist.
Wenn der Einzugstermin wackelt
Das kommt häufig vor, und es ist kein Problem — solange wir es früh erfahren. Die Nachlieferung ist ein Termin mit Fahrzeug und Team, und der lässt sich mit zwei Wochen Vorlauf leichter verschieben als am Vortag.
Eine Verschiebung ist kein Vertragsbruch. Sie kostet die zusätzlichen Lagertage, mehr nicht. Sagen Sie deshalb Bescheid, sobald sich etwas abzeichnet, und nicht erst, wenn es feststeht.
Wie Sie für die Lagerung packen
Für den Transport gepackt und für die Lagerung gepackt ist nicht dasselbe. Vier Unterschiede:
Stabilere Kartons. Für den Transport reicht ein normaler Umzugskarton. Im Lager stehen Kartons wochenlang gestapelt, und der unterste trägt die ganze Last. Doppelwandige Kartons oder eine geringere Stapelhöhe lösen das.
Nichts luftdicht einpacken. Polstermöbel und Matratzen werden abgedeckt, nicht eingeschweißt. Unter Folie bildet sich Kondenswasser, und über Wochen entsteht daraus Schimmel.
Elektronik trocken und ohne Batterien. Akkus und Batterien gehören heraus — über Monate können sie auslaufen und das Gerät zerstören.
Beschriftung ausführlicher. Beim Transport reicht "Küche". Nach drei Monaten Lagerung reicht es nicht mehr. Schreiben Sie den Inhalt dazu, und zwar auf zwei Seiten des Kartons.
Die Inventarliste
Lassen Sie sich beim Einlagern eine Liste geben, was eingelagert wurde — bei uns gehört sie zum Auftrag.
Sie erfüllt drei Zwecke: Sie wissen, was da ist, ohne im Lager nachsehen zu müssen. Sie können bei der Auslieferung abgleichen. Und im Streitfall — bei Erbfällen und Trennungen der Regelfall — ist sie das Dokument, auf das sich alle Beteiligten beziehen können.
Fotografieren Sie zusätzlich die eingelagerte Ladung, wenn sie steht. Das dauert zwei Minuten und beantwortet später Fragen, die sonst offenbleiben.
Der Kostenvergleich, der oft überrascht
Viele Menschen versuchen, die Lagerzeit zu vermeiden, indem sie kurzfristig eine Übergangslösung suchen — bei Freunden unterstellen, in einer Garage, in einem angemieteten Keller.
Rechnen Sie das ehrlich durch: Ein zusätzlicher Transport hin und ein zusätzlicher Transport zurück, plus Mietwagen, plus zwei Tage eigene Zeit, plus das Risiko, dass Möbel in einer feuchten Garage stehen. Gegen die Lagerkosten für zwei bis vier Wochen gerechnet, geht diese Rechnung fast nie auf.
Die Ausnahme ist die sehr kurze Lücke von zwei bis drei Tagen. Da lohnt es sich manchmal, die Ladung schlicht im Fahrzeug zu lassen — das klären wir im Einzelfall, weil es von der Fahrzeugverfügbarkeit abhängt.
