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Ratgeber

Seniorenumzug ins Betreute Wohnen — Ablauf mit Angehörigen

Vom Haus in eine Zweizimmerwohnung: wie ein Seniorenumzug abläuft, warum die Auswahl der Möbel der schwierigste Teil ist und wie Angehörige sinnvoll helfen.

6 Min. Lesezeit

Der schwierige Teil ist nicht der Transport

Ein Umzug aus einem Haus in eine Zweizimmerwohnung im Betreuten Wohnen bedeutet, dass von sechzig Kubikmetern etwa zwanzig mitkommen. Der Transport dieser zwanzig Kubikmeter ist ein halber Tag Arbeit.

Die Entscheidung, welche zwanzig es sind, ist der eigentliche Umzug. Sie betrifft Möbel, an denen Erinnerungen hängen, Geschirr, das seit vierzig Jahren benutzt wird, und Dinge, für die in der neuen Wohnung schlicht kein Platz ist. Diese Entscheidung lässt sich nicht beschleunigen, und der häufigste Fehler bei Seniorenumzügen ist der Versuch, es doch zu tun.

Zeitplan: mehr als bei jedem anderen Umzug

Rechnen Sie mit acht bis zwölf Wochen vom ersten Gespräch bis zum Umzugstag. Nicht, weil der Umzug länger dauert, sondern weil das Aussortieren Zeit braucht und weil Termine im Betreuten Wohnen selten kurzfristig frei werden.

Ein bewährter Ablauf:

Woche 1 bis 2 — Der Grundriss. Besorgen Sie den Grundriss der neuen Wohnung mit Maßen. Messen Sie aus, was tatsächlich hineinpasst. Das klingt nüchtern und ist die freundlichste Methode: Eine Entscheidung, die der Grundriss trifft, muss niemand persönlich treffen.

Woche 3 bis 6 — Raum für Raum. Gehen Sie jeweils einen Raum durch, nicht die ganze Wohnung. Drei Kategorien: kommt mit, geht an Angehörige oder Bekannte, wird entsorgt. Was unklar ist, bleibt zunächst unklar — dafür gibt es die vierte Kategorie „später".

Woche 7 bis 8 — Was weg soll, geht weg. Verkauf, Weitergabe, Entrümpelung. Es ist erheblich leichter, in einer bereits gelichteten Wohnung die letzten Entscheidungen zu treffen als in einer vollen.

Woche 9 bis 10 — Packen. Bei Seniorenumzügen raten wir fast immer zur Vollverpackung durch das Team. Sie kostet 300 – 900 € und ist das Geld wert, weil sie die körperliche Belastung abnimmt und verhindert, dass wochenlang halb gepackte Kartons herumstehen.

Umzugstag. Ein halber bis ganzer Tag.

Was Angehörige tun sollten — und was nicht

Tun: Zuhören. Zeit mitbringen. Beim Ausmessen helfen. Die Behördengänge übernehmen. Den Grundriss besorgen. Fotos von Dingen machen, die nicht mitkommen, aber an denen Erinnerungen hängen — ein Fotoalbum ersetzt keinen Schrank, hilft aber mehr, als man denkt.

Nicht tun: Entscheidungen abnehmen. „Das brauchst du doch nicht mehr" ist der Satz, der Seniorenumzüge schwierig macht. Auch wenn er sachlich stimmt.

Ebenfalls nicht tun: Selbst tragen. Das ist der Punkt, an dem Angehörige regelmäßig zu viel wollen. Ein Team von drei Leuten macht in vier Stunden, was eine Familie an einem Wochenende schafft — und niemand verhebt sich.

Was in der neuen Wohnung wirklich hineinpasst

Eine typische Zweizimmerwohnung im Betreuten Wohnen hat 45 bis 60 Quadratmeter. Das entspricht nach der Faustregel 14 bis 30 Kubikmetern Umzugsgut — und in der Praxis eher dem unteren Wert, weil Betreutes Wohnen oft mit Einbauküche und teilweise mit Einbauschränken kommt.

Realistisch passt hinein: ein Bett, ein Kleiderschrank, ein Sessel oder ein kleines Sofa, ein Esstisch mit zwei bis vier Stühlen, eine Kommode, ein Regal, ein Fernseher, ein Schreibtisch oder Sekretär. Das ist mehr, als es klingt, und deutlich weniger als in einem Haus steht.

Zwei Dinge, die Menschen am meisten fehlen und die deshalb Priorität haben sollten: der eigene Sessel und das eigene Bett. Beides ist ersetzbar und wird trotzdem am meisten vermisst.

Der Umzugstag selbst

Wir gehen bei Seniorenumzügen bewusst langsamer vor. Das Team stellt sich vor, erklärt, was als Nächstes passiert, und fragt, bevor es etwas bewegt. Das kostet eine halbe Stunde und macht den Unterschied zwischen einem Umzug, den jemand mitgestaltet, und einem, der über ihn hinweggeht.

Praktisch bewährt hat sich, dass die neue Wohnung zuerst eingerichtet wird und die Person erst dann dorthin kommt — nicht in eine leere Wohnung mit Kartons, sondern in eine, in der das Bett steht und der Sessel am Fenster. Wenn das organisatorisch möglich ist, ist es fast immer die bessere Reihenfolge.

Was mit dem Rest passiert

Was nicht mitzieht und nicht an Angehörige geht, wird über die Schwestermarke desselben Unternehmens fachgerecht entsorgt. Im selben Auftrag, ohne zweite Anfahrt, mit einem Ansprechpartner. Kombiniert beauftragt liegt das erfahrungsgemäß 20 bis 35 Prozent unter zwei getrennten Aufträgen.

Zwei Hinweise dazu:

Sehen Sie vorher hin. In Schränken, Schubladen und Ordnern von Menschen, die lange am selben Ort gewohnt haben, finden sich regelmäßig Dokumente, Schmuck oder Bargeld. Eine Entrümpelung ist keine Sichtung — was weg ist, ist weg.

Nichts entsorgen, was noch unklar ist. Wenn eine Entscheidung nicht getroffen werden kann, ist Einlagerung die bessere Lösung als eine übereilte Entsorgung. Die Lagerung kostet Geld, aber sie ist umkehrbar.

Wenn es schnell gehen muss

Nicht jeder Seniorenumzug hat acht Wochen Zeit. Nach einem Krankenhausaufenthalt oder bei einer plötzlichen Verschlechterung steht manchmal innerhalb einer Woche fest, dass ein Umzug nötig ist.

Dann gilt eine andere Reihenfolge: Zuerst zieht das Nötige mit — Bett, Sessel, Kleidung, persönliche Dinge, Dokumente. Der Rest bleibt zunächst in der alten Wohnung oder geht ins Lager. Die Entscheidungen über den Bestand fallen später, wenn die Situation sich beruhigt hat.

Das kostet mehr, weil zweimal bewegt wird. Es ist trotzdem die richtige Entscheidung, weil eine unter Druck getroffene Entsorgung sich nicht rückgängig machen lässt.

Die Gespräche, die vor dem Umzug geführt werden sollten

Ein Seniorenumzug ist selten eine rein logistische Aufgabe, und die schwierigen Teile lassen sich benennen:

Wer entscheidet? Solange die Person selbst entscheiden kann, entscheidet sie. Angehörige beraten, sie bestimmen nicht. Das klingt selbstverständlich und wird im Zeitdruck regelmäßig anders gehandhabt.

Was passiert mit dem, was bleibt? Verkauf, Weitergabe in der Familie, Spende, Entsorgung. Diese Frage sollte beantwortet sein, bevor gepackt wird — nicht währenddessen.

Wer ist am Umzugstag dabei? Idealerweise eine Person, die ruhig bleibt und Zeit hat. Nicht drei, die alle helfen wollen.

Was ist mit dem Auto, dem Keller, dem Garten? Diese Bestände werden regelmäßig vergessen und tauchen dann am Umzugstag auf.

Was in eine Zweizimmerwohnung im Betreuten Wohnen passt

Als praktische Orientierung, gemessen an tatsächlichen Umzügen:

Raum Realistisch
Wohnzimmer Sessel oder kleines Sofa, Beistelltisch, Kommode, Fernseher, ein Regal
Schlafzimmer Bett, Nachttisch, Kleiderschrank bis 2 m, kleine Kommode
Küche meist vorhanden — nur Geschirr, Besteck, Kleingeräte
Bad vorhanden
Flur Garderobe, Schuhschrank

Das ergibt zusammen 15 bis 25 Kubikmeter. Was nicht passt: Schrankwände, große Esstische, Sofagarnituren, zweite Betten, der Inhalt eines Kellers.

Die zwei Dinge, die am meisten vermisst werden

Aus vielen Umzügen dieser Art: Es sind nicht die wertvollen Stücke, die fehlen. Es sind der eigene Sessel und das eigene Bett.

Beides ist objektiv ersetzbar, beides ist täglich in Gebrauch, und beides trägt mehr zum Gefühl, angekommen zu sein, bei als jedes andere Möbelstück. Wenn bei der Auswahl irgendetwas Priorität bekommen soll, dann diese zwei.

Das dritte, das häufig genannt wird, ist der Blick aus dem Fenster — und den kann niemand mitnehmen. Was hilft: Fotos aus der alten Wohnung, gerahmt und am ersten Tag aufgehängt.

Was wir am Umzugstag anders machen

Drei Dinge, die bei Seniorenumzügen zum Ablauf gehören und sonst nicht:

Das Team stellt sich vor. Namen, wer was macht, wie lange es dauert. Fünf Minuten, die den Unterschied zwischen einem Umzug mit fremden Leuten und einem mit bekannten machen.

Es wird gefragt, bevor etwas bewegt wird. Auch bei Dingen, die offensichtlich mitkommen. Wer sechzig Jahre in einer Wohnung gelebt hat, will wissen, was mit seinen Sachen passiert.

Das Tempo richtet sich nicht nach dem Zeitplan. Ein Seniorenumzug wird von vornherein großzügiger kalkuliert, damit niemand das Gefühl hat, im Weg zu stehen.

In Ruhe besprechen

Rufen Sie an, auch wenn der Termin noch nicht feststeht. Bei Seniorenumzügen ist das erste Gespräch meist ein Beratungsgespräch — über Reihenfolge, Zeitplan und darüber, was sich sinnvoll aufteilen lässt.

+49 176 228 661 46

Häufige Fragen

Was kostet ein Seniorenumzug?

Das hängt weniger an der alten Wohnung als daran, wie viel mitzieht. Beim Wechsel aus einem Haus mit 60 bis 90 Kubikmetern in eine Zweizimmerwohnung ziehen erfahrungsgemäß 15 bis 25 Kubikmeter tatsächlich mit — der Transport liegt dann bei 700 – 1.400. Der größere Posten ist meist die Haushaltsauflösung des Rests.

Übernehmen Sie auch das Packen?

Ja, und bei Seniorenumzügen raten wir fast immer dazu. Die Vollverpackung kostet 300 – 900 und nimmt die körperliche Belastung vollständig ab. Wichtiger noch: Sie verhindert, dass wochenlang halb gepackte Kartons in der Wohnung stehen und der Umzug zur Dauerbelastung wird.

Wie helfen Angehörige am besten?

Bei den Entscheidungen, nicht beim Tragen. Der schwierigste Teil eines Seniorenumzugs ist die Auswahl, und die braucht jemanden, der zuhört und Zeit hat. Das Tragen übernimmt das Team — dafür ist es da.

Was passiert mit dem, was nicht mitzieht?

Was verkauft oder verschenkt werden soll, sortieren Sie vorher aus. Der Rest wird über die Schwestermarke desselben Unternehmens fachgerecht entsorgt — im selben Auftrag und ohne zweite Anfahrt. Gemeinsam beauftragt liegt das erfahrungsgemäß 20 bis 35 Prozent unter zwei getrennten Aufträgen.

Können Möbel zwischengelagert werden, bis eine Entscheidung fällt?

Ja, und manchmal ist das die richtige Lösung. Wenn nicht alles sofort entschieden werden muss, lagern wir ein und liefern später nach oder entsorgen später. Die Lagerung kostet Geld — aber weniger als eine übereilte Entscheidung, die niemand rückgängig machen kann.

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