Die kurze Antwort
Selbst packen spart die Vollverpackung von 300 – 900 € und kostet Sie etwa einen bis zwei Arbeitstage. Es hat außerdem eine Folge, die selten jemand vorher erwähnt: Für selbst gepackte Kartons ist die Haftung für Transportschäden am Inhalt eingeschränkt.
Beides zusammen ergibt für die meisten Haushalte nicht die Antwort „alles selbst" und nicht die Antwort „alles machen lassen", sondern einen Mittelweg.
Was die Varianten kosten
| Variante | Kosten (brutto) | Ihr Zeitaufwand |
|---|---|---|
| Nur Material, selbst packen | 80 – 250 € | 1–2 Arbeitstage |
| Teilverpackung (nur Zerbrechliches) | Bruchteil der Vollverpackung | halber bis ganzer Tag |
| Vollverpackung durch das Team | 300 – 900 € | keiner |
Das Verpackungsmaterial umfasst Umzugskartons, Packpapier, Luftpolsterfolie, Klebeband und Marker. Wir liefern es einige Tage vor dem Umzug und holen die leeren Kartons nach dem Einräumen wieder ab.
Der Haftungsunterschied — und warum er real ist
§ 451d HGB stellt den Spediteur von der Haftung frei, soweit ein Schaden auf das Verpacken durch den Absender zurückzuführen ist. Das ist keine Vertragsklausel, die man wegverhandeln könnte, sondern die gesetzliche Grundregel für Umzugsverträge.
Der Grund ist praktisch: Wer einen zugeklebten Karton übergibt, übergibt eine Blackbox. Ob die Gläser in Papier gewickelt waren, ob die Hohlräume gefüllt waren, ob die Teller hochkant standen oder flach gestapelt lagen — nichts davon lässt sich von außen prüfen. Ein Karton, der außen unbeschädigt ankommt und innen Scherben enthält, ist deshalb regelmäßig kein ersatzfähiger Transportschaden.
Für alles, was das Team gepackt hat, gilt die gesetzliche Haftung von 620 Euro je Kubikmeter Laderaum dagegen uneingeschränkt.
Das ist der Punkt, den man kennen sollte, bevor man entscheidet — nicht danach.
Der Mittelweg, zu dem wir am häufigsten raten
Packen Sie selbst, was robust ist: Bücher, Kleidung, Bettwäsche, Handtücher, Küchenutensilien, Werkzeug. Das ist der größte Teil des Volumens und derjenige, bei dem beim Transport ohnehin selten etwas passiert.
Lassen Sie packen, was zerbrechlich oder wertvoll ist: Geschirr, Gläser, Bilder, Spiegel, Elektronik, Lampen, Sammlerstücke.
Sie zahlen damit einen Bruchteil der Vollverpackung und haben für genau die Stücke, um die es geht, die volle Haftungslage. In der Praxis ist das für die meisten Haushalte die richtige Rechnung.
Wann sich die Vollverpackung wirklich lohnt
Vier Situationen, in denen wir zur Vollverpackung raten:
Kurzfristiger Umzug. Wenn zwischen Zusage und Umzugstag zehn Tage liegen, ist Packen neben einem Vollzeitjob nicht realistisch. Schlecht gepackte Kartons in der letzten Nacht sind teurer als die Vollverpackung.
Berufstätige ohne freie Woche. Zwei bis drei Abende plus ein Wochenende sind für eine Zweizimmerwohnung realistisch. Wenn diese Zeit nicht da ist, ist sie nicht da.
Viel Zerbrechliches. Ein Haushalt mit Porzellan, Glas und Bildern ist genau der Fall, in dem der Haftungsunterschied Geld wert ist.
Seniorenumzüge. Hier geht es weniger um Zeit als um körperliche Belastung und um Entscheidungen, die in Ruhe getroffen werden sollten. Ein Team, das packt, nimmt beides ab.
Wenn Sie selbst packen: die Regeln, die wirklich zählen
Kein Karton über 20 Kilo. Bücher gehören in kleine Kartons, Bettzeug in große. Ein Karton, den man nicht heben kann, wird fallen gelassen — irgendwann.
Beschriften Sie auf der Seite, nicht auf dem Deckel. Im Stapel sehen Sie nur die Seiten. Schreiben Sie Raum und Inhalt auf, nicht nur „Küche".
Teller stehen hochkant. Wie Schallplatten, nicht wie ein Stapel. Flach gestapelte Teller brechen beim ersten Stoß, hochkant stehende halten erstaunlich viel aus.
Füllen Sie Hohlräume. Leerer Raum ist der Ort, in dem Dinge brechen. Zerknülltes Packpapier kostet nichts und ist der beste Schutz, den es gibt.
Schwer nach unten, leicht nach oben — im Karton wie im Fahrzeug.
Ein Karton für den ersten Abend. Bettwäsche, Zahnbürsten, Ladegeräte, Kaffee, Toilettenpapier, Werkzeug. Den nehmen Sie selbst mit, nicht ins Fahrzeug.
Was nicht in den Karton gehört
Dokumente, Schmuck, Bargeld, Medikamente und Schlüssel nehmen Sie persönlich mit. Nicht wegen der Haftung, sondern weil Sie sie am ersten Abend brauchen und dann nicht sechzig Kartons öffnen wollen.
Gefahrstoffe dürfen gar nicht transportiert werden: Benzin, Gasflaschen, Farben und Lösungsmittel in größeren Mengen, Feuerwerk. Das ist nicht Vorsicht, sondern Gefahrgutrecht.
Lebensmittel, die verderben können, und offene Flüssigkeiten sollten Sie vorher aufbrauchen oder entsorgen. Eine ausgelaufene Ölflasche in einem Bücherkarton ist ein Schaden, den niemand ersetzt.
Eine Rechnung zum Schluss
Nehmen Sie eine Dreizimmerwohnung. Vollverpackung liegt in der Mitte der Spanne von 300 – 900 €. Ihr eigener Zeitaufwand fürs Packen liegt bei ein bis zwei Arbeitstagen.
Wenn Ihr freier Tag Ihnen mehr wert ist als dieser Betrag, packen Sie nicht selbst. Wenn nicht, packen Sie — aber lassen Sie das Geschirr uns.
Wie lange Packen tatsächlich dauert
Die häufigste Fehleinschätzung bei dieser Entscheidung ist nicht der Preis, sondern die Zeit. Realistische Werte für jemanden, der neben einem Vollzeitjob packt:
| Wohnung | Kartons | Zeitbedarf |
|---|---|---|
| 1 Zimmer, 35 m² | 15–25 | 1 Abend + 1 halber Tag |
| 2 Zimmer, 60 m² | 25–40 | 2–3 Abende + 1 Wochenende |
| 3 Zimmer, 85 m² | 40–60 | 1–2 Wochenenden |
| 4 Zimmer, 110 m² | 60–90 | 2 Wochenenden + Abende |
| Haus, 175 m² | 90–140 | 3–4 Wochenenden |
Dazu kommt, was in keiner Tabelle steht: Die letzten zwanzig Prozent dauern länger als die ersten achtzig. Was leicht zu packen ist, ist schnell gepackt; was übrig bleibt, sind die Dinge, bei denen man nicht weiß, wohin damit.
Die Reihenfolge, die funktioniert
Wenn Sie selbst packen, packen Sie in dieser Reihenfolge — sie ist das Ergebnis vieler Umzüge, bei denen es anders lief:
Vier Wochen vorher: Keller, Dachboden, Abstellraum. Alles, was Sie bis zum Umzug sicher nicht brauchen.
Drei Wochen vorher: Bücher, Dekoration, Bilder, Saisonkleidung, Gästebettwäsche.
Zwei Wochen vorher: Der Großteil der Kleidung, Geschirr außer dem täglichen, Werkzeug, Elektronik außer der genutzten.
Eine Woche vorher: Der Rest, außer Küche und Bad.
Am Vortag: Küche und Bad, und der Erste-Abend-Karton.
Wer diese Reihenfolge umdreht — erst die Küche, weil sie am meisten Arbeit macht — steht in der letzten Woche vor einer Wohnung, in der man nicht mehr leben kann.
Was Sie an Material tatsächlich brauchen
Für eine Dreizimmerwohnung als Anhaltspunkt:
- 40 bis 60 Umzugskartons, davon ein Drittel kleine für Bücher
- 3 bis 5 Kleiderboxen mit Stange
- 5 kg Packpapier, nicht Zeitungspapier — Druckerschwärze färbt ab
- 2 Rollen Luftpolsterfolie
- 6 Rollen Klebeband und ein Abroller, der die Rolle festhält
- 2 dicke Marker
Das entspricht dem unteren bis mittleren Bereich unseres Materialpakets von 80 – 250 €. Der Abroller klingt nach einer Kleinigkeit und spart bei sechzig Kartons eine Stunde.
Der Vergleich in einer Tabelle
| Selbst packen | Teilverpackung | Vollverpackung | |
|---|---|---|---|
| Kosten | 80 – 250 € | Bruchteil der Vollverpackung | 300 – 900 € |
| Ihr Zeitaufwand | 1–2 Arbeitstage | halber Tag | keiner |
| Haftung Möbel | uneingeschränkt | uneingeschränkt | uneingeschränkt |
| Haftung Karton-Inhalt | eingeschränkt | voll für das Gepackte | uneingeschränkt |
| Sinnvoll bei | viel Zeit, wenig Zerbrechliches | den meisten Haushalten | Zeitdruck, viel Zerbrechliches |
Die mittlere Spalte ist diejenige, zu der wir am häufigsten raten — und sie steht in den wenigsten Angeboten, weil sie am seltensten nachgefragt wird.
