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Ratgeber

Selbst packen oder packen lassen? Was es kostet und was es für die Haftung bedeutet

Vollverpackung kostet 300–900 €, Material allein 80–250 €. Was Selbstpacken spart — und warum § 451d HGB dabei die Haftung ändert.

6 Min. Lesezeit

Die kurze Antwort

Selbst packen spart die Vollverpackung von 300 – 900 € und kostet Sie etwa einen bis zwei Arbeitstage. Es hat außerdem eine Folge, die selten jemand vorher erwähnt: Für selbst gepackte Kartons ist die Haftung für Transportschäden am Inhalt eingeschränkt.

Beides zusammen ergibt für die meisten Haushalte nicht die Antwort „alles selbst" und nicht die Antwort „alles machen lassen", sondern einen Mittelweg.

Was die Varianten kosten

Variante Kosten (brutto) Ihr Zeitaufwand
Nur Material, selbst packen 80 – 250 € 1–2 Arbeitstage
Teilverpackung (nur Zerbrechliches) Bruchteil der Vollverpackung halber bis ganzer Tag
Vollverpackung durch das Team 300 – 900 € keiner

Das Verpackungsmaterial umfasst Umzugskartons, Packpapier, Luftpolsterfolie, Klebeband und Marker. Wir liefern es einige Tage vor dem Umzug und holen die leeren Kartons nach dem Einräumen wieder ab.

Der Haftungsunterschied — und warum er real ist

§ 451d HGB stellt den Spediteur von der Haftung frei, soweit ein Schaden auf das Verpacken durch den Absender zurückzuführen ist. Das ist keine Vertragsklausel, die man wegverhandeln könnte, sondern die gesetzliche Grundregel für Umzugsverträge.

Der Grund ist praktisch: Wer einen zugeklebten Karton übergibt, übergibt eine Blackbox. Ob die Gläser in Papier gewickelt waren, ob die Hohlräume gefüllt waren, ob die Teller hochkant standen oder flach gestapelt lagen — nichts davon lässt sich von außen prüfen. Ein Karton, der außen unbeschädigt ankommt und innen Scherben enthält, ist deshalb regelmäßig kein ersatzfähiger Transportschaden.

Für alles, was das Team gepackt hat, gilt die gesetzliche Haftung von 620 Euro je Kubikmeter Laderaum dagegen uneingeschränkt.

Das ist der Punkt, den man kennen sollte, bevor man entscheidet — nicht danach.

Der Mittelweg, zu dem wir am häufigsten raten

Packen Sie selbst, was robust ist: Bücher, Kleidung, Bettwäsche, Handtücher, Küchenutensilien, Werkzeug. Das ist der größte Teil des Volumens und derjenige, bei dem beim Transport ohnehin selten etwas passiert.

Lassen Sie packen, was zerbrechlich oder wertvoll ist: Geschirr, Gläser, Bilder, Spiegel, Elektronik, Lampen, Sammlerstücke.

Sie zahlen damit einen Bruchteil der Vollverpackung und haben für genau die Stücke, um die es geht, die volle Haftungslage. In der Praxis ist das für die meisten Haushalte die richtige Rechnung.

Wann sich die Vollverpackung wirklich lohnt

Vier Situationen, in denen wir zur Vollverpackung raten:

Kurzfristiger Umzug. Wenn zwischen Zusage und Umzugstag zehn Tage liegen, ist Packen neben einem Vollzeitjob nicht realistisch. Schlecht gepackte Kartons in der letzten Nacht sind teurer als die Vollverpackung.

Berufstätige ohne freie Woche. Zwei bis drei Abende plus ein Wochenende sind für eine Zweizimmerwohnung realistisch. Wenn diese Zeit nicht da ist, ist sie nicht da.

Viel Zerbrechliches. Ein Haushalt mit Porzellan, Glas und Bildern ist genau der Fall, in dem der Haftungsunterschied Geld wert ist.

Seniorenumzüge. Hier geht es weniger um Zeit als um körperliche Belastung und um Entscheidungen, die in Ruhe getroffen werden sollten. Ein Team, das packt, nimmt beides ab.

Wenn Sie selbst packen: die Regeln, die wirklich zählen

Kein Karton über 20 Kilo. Bücher gehören in kleine Kartons, Bettzeug in große. Ein Karton, den man nicht heben kann, wird fallen gelassen — irgendwann.

Beschriften Sie auf der Seite, nicht auf dem Deckel. Im Stapel sehen Sie nur die Seiten. Schreiben Sie Raum und Inhalt auf, nicht nur „Küche".

Teller stehen hochkant. Wie Schallplatten, nicht wie ein Stapel. Flach gestapelte Teller brechen beim ersten Stoß, hochkant stehende halten erstaunlich viel aus.

Füllen Sie Hohlräume. Leerer Raum ist der Ort, in dem Dinge brechen. Zerknülltes Packpapier kostet nichts und ist der beste Schutz, den es gibt.

Schwer nach unten, leicht nach oben — im Karton wie im Fahrzeug.

Ein Karton für den ersten Abend. Bettwäsche, Zahnbürsten, Ladegeräte, Kaffee, Toilettenpapier, Werkzeug. Den nehmen Sie selbst mit, nicht ins Fahrzeug.

Was nicht in den Karton gehört

Dokumente, Schmuck, Bargeld, Medikamente und Schlüssel nehmen Sie persönlich mit. Nicht wegen der Haftung, sondern weil Sie sie am ersten Abend brauchen und dann nicht sechzig Kartons öffnen wollen.

Gefahrstoffe dürfen gar nicht transportiert werden: Benzin, Gasflaschen, Farben und Lösungsmittel in größeren Mengen, Feuerwerk. Das ist nicht Vorsicht, sondern Gefahrgutrecht.

Lebensmittel, die verderben können, und offene Flüssigkeiten sollten Sie vorher aufbrauchen oder entsorgen. Eine ausgelaufene Ölflasche in einem Bücherkarton ist ein Schaden, den niemand ersetzt.

Eine Rechnung zum Schluss

Nehmen Sie eine Dreizimmerwohnung. Vollverpackung liegt in der Mitte der Spanne von 300 – 900 €. Ihr eigener Zeitaufwand fürs Packen liegt bei ein bis zwei Arbeitstagen.

Wenn Ihr freier Tag Ihnen mehr wert ist als dieser Betrag, packen Sie nicht selbst. Wenn nicht, packen Sie — aber lassen Sie das Geschirr uns.

Wie lange Packen tatsächlich dauert

Die häufigste Fehleinschätzung bei dieser Entscheidung ist nicht der Preis, sondern die Zeit. Realistische Werte für jemanden, der neben einem Vollzeitjob packt:

Wohnung Kartons Zeitbedarf
1 Zimmer, 35 m² 15–25 1 Abend + 1 halber Tag
2 Zimmer, 60 m² 25–40 2–3 Abende + 1 Wochenende
3 Zimmer, 85 m² 40–60 1–2 Wochenenden
4 Zimmer, 110 m² 60–90 2 Wochenenden + Abende
Haus, 175 m² 90–140 3–4 Wochenenden

Dazu kommt, was in keiner Tabelle steht: Die letzten zwanzig Prozent dauern länger als die ersten achtzig. Was leicht zu packen ist, ist schnell gepackt; was übrig bleibt, sind die Dinge, bei denen man nicht weiß, wohin damit.

Die Reihenfolge, die funktioniert

Wenn Sie selbst packen, packen Sie in dieser Reihenfolge — sie ist das Ergebnis vieler Umzüge, bei denen es anders lief:

Vier Wochen vorher: Keller, Dachboden, Abstellraum. Alles, was Sie bis zum Umzug sicher nicht brauchen.

Drei Wochen vorher: Bücher, Dekoration, Bilder, Saisonkleidung, Gästebettwäsche.

Zwei Wochen vorher: Der Großteil der Kleidung, Geschirr außer dem täglichen, Werkzeug, Elektronik außer der genutzten.

Eine Woche vorher: Der Rest, außer Küche und Bad.

Am Vortag: Küche und Bad, und der Erste-Abend-Karton.

Wer diese Reihenfolge umdreht — erst die Küche, weil sie am meisten Arbeit macht — steht in der letzten Woche vor einer Wohnung, in der man nicht mehr leben kann.

Was Sie an Material tatsächlich brauchen

Für eine Dreizimmerwohnung als Anhaltspunkt:

  • 40 bis 60 Umzugskartons, davon ein Drittel kleine für Bücher
  • 3 bis 5 Kleiderboxen mit Stange
  • 5 kg Packpapier, nicht Zeitungspapier — Druckerschwärze färbt ab
  • 2 Rollen Luftpolsterfolie
  • 6 Rollen Klebeband und ein Abroller, der die Rolle festhält
  • 2 dicke Marker

Das entspricht dem unteren bis mittleren Bereich unseres Materialpakets von 80 – 250 €. Der Abroller klingt nach einer Kleinigkeit und spart bei sechzig Kartons eine Stunde.

Der Vergleich in einer Tabelle

Selbst packen Teilverpackung Vollverpackung
Kosten 80 – 250 € Bruchteil der Vollverpackung 300 – 900 €
Ihr Zeitaufwand 1–2 Arbeitstage halber Tag keiner
Haftung Möbel uneingeschränkt uneingeschränkt uneingeschränkt
Haftung Karton-Inhalt eingeschränkt voll für das Gepackte uneingeschränkt
Sinnvoll bei viel Zeit, wenig Zerbrechliches den meisten Haushalten Zeitdruck, viel Zerbrechliches

Die mittlere Spalte ist diejenige, zu der wir am häufigsten raten — und sie steht in den wenigsten Angeboten, weil sie am seltensten nachgefragt wird.

In zwei Sätzen entschieden

Beschreiben Sie uns Ihren Haushalt kurz am Telefon — Zimmerzahl, wie viel Zerbrechliches, wie viel Zeit Sie haben. Wir sagen Ihnen, ob sich Vollverpackung, Teilverpackung oder Selbstpacken für Sie rechnet.

+49 176 228 661 46

Häufige Fragen

Was kostet es, den Umzug packen zu lassen?

Die Vollverpackung durch das Team kostet 300 – 900 brutto, je nach Umfang des Hausstands. Nur das Material zu bekommen und selbst zu packen kostet 80 – 250. Die Differenz ist der Preis für etwa einen Arbeitstag zu zweit — plus eine Haftungslage, die anders aussieht.

Wie lange braucht man zum Packen einer Wohnung?

Für eine Zweizimmerwohnung realistisch zwei bis drei Abende plus ein Wochenende, wenn Sie berufstätig sind. Für eine Vierzimmerwohnung mit Keller eher zwei Wochenenden. Wer das unterschätzt, packt in der Nacht vor dem Umzug die letzten Kartons — und genau die werden dann schlecht gepackt.

Sind selbst gepackte Kartons versichert?

Nur eingeschränkt, soweit es um Transportschäden am Inhalt geht. § 451d HGB stellt den Spediteur von der Haftung frei, soweit der Schaden auf das Verpacken durch den Absender zurückzuführen ist — Inhalt und Packqualität eines geschlossenen Kartons sind für uns nicht prüfbar. Für alles, was wir gepackt haben, gilt die Haftung uneingeschränkt.

Wie viele Kartons brauche ich?

Etwa einen Karton je zwei Quadratmeter Wohnfläche: 25 bis 40 für eine Zweizimmerwohnung, 60 bis 90 für vier Zimmer. Wer Bücher sammelt, rechnet großzügiger. Bestellen Sie lieber zu viele — unbenutzte Kartons nehmen wir unbenutzt wieder mit.

Was ist die Teilverpackung?

Sie packen selbst, was unempfindlich ist — Bücher, Kleidung, Handtücher, Küchenutensilien — und lassen genau das packen, was zerbrechlich oder wertvoll ist: Geschirr, Gläser, Bilder, Elektronik, Sammlerstücke. Das kostet einen Bruchteil der Vollverpackung und stellt für die kritischen Stücke die volle Haftungslage her.

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