Was kostet ein Umzug in München?
Ein Umzug in München kostet marktüblich zwischen 450 – 850 € für ein Zimmer und 2.400 – 4.500 € für ein Haus mit 140 bis 200 Quadratmetern — jeweils brutto, inklusive 19 Prozent Mehrwertsteuer, für einen Ortswechsel innerhalb der Stadt oder ins nähere Umland. Eine 2-Zimmer-Wohnung liegt bei 700 – 1.400 €, drei Zimmer bei 1.100 – 2.000 €. Diese Zahlen sind Orientierungswerte, keine Angebote: Der verbindliche Festpreis entsteht erst nach einer Besichtigung.
Damit ist die Frage beantwortet. Der Rest dieses Artikels erklärt, wie diese Zahlen zustande kommen, welche Posten dazukommen und woran es liegt, wenn zwei Angebote für dieselbe Wohnung um tausend Euro auseinanderliegen.
Die Preistabelle nach Wohnungsgröße
| Wohnung | Volumen | Team | Marktüblich (brutto) |
|---|---|---|---|
| 1 Zimmer, 30–40 m² | 12–18 m³ | 2 Personen | 450 – 850 € |
| 2 Zimmer, 55–70 m² | 20–30 m³ | 2–3 Personen | 700 – 1.400 € |
| 3 Zimmer, 75–95 m² | 30–40 m³ | 3–4 Personen | 1.100 – 2.000 € |
| 4 Zimmer, 100–120 m² | 40–55 m³ | 4 Personen | 1.400 – 2.800 € |
| Haus, 140–200 m² | 60–90 m³ | 4–6 Personen | 2.400 – 4.500 € |
Die Spanne innerhalb einer Zeile ist kein Verhandlungsspielraum, sondern eine Aussage über die Wohnung. Am unteren Ende liegt die sparsam eingerichtete Wohnung im ersten Stock mit Aufzug und Parkplatz vor der Tür. Am oberen Ende dieselbe Zimmerzahl im vierten Stock ohne Aufzug, mit vollem Keller und einem Fahrzeug, das achtzig Meter entfernt steht.
Die Zusatzleistungen im Einzelnen
| Zusatzleistung | Brutto |
|---|---|
| Verpackungsmaterial | 80 – 250 € |
| Vollverpackung durch das Team | 300 – 900 € |
| Möbeldemontage und -montage | 200 – 600 € |
| Küchenab- und -aufbau | 400 – 1.200 € |
| Zusatzfahrzeug (PKW) | 15,00 € pro Stunde |
| Kilometerpauschale | 0,55 € pro Kilometer |
| Halteverbotszone je Adresse | 300 € |
| Besichtigungsservice zum Festpreis | 290 € |
| Zuschlag Samstag | +50 % |
| Zuschlag Sonn- und Feiertag sowie Express innerhalb 24 h | doppelter Satz |
Zu den Sonn- und Feiertagen gehört eine Einschränkung, die selten irgendwo steht: § 9 des Arbeitszeitgesetzes verbietet die Beschäftigung von Arbeitnehmern an Sonn- und gesetzlichen Feiertagen außerhalb der zugelassenen Ausnahmen. Ein Anbieter, der Sonntagstermine wie normale Termine anbietet, sagt Ihnen etwas, das so nicht stimmt.
Woraus sich der Preis tatsächlich zusammensetzt
Vier Faktoren bestimmen praktisch die gesamte Kalkulation.
Das Volumen in Kubikmetern. Es bestimmt Fahrzeuggröße und Zahl der Fahrten. Als Faustregel gelten 0,3 bis 0,5 m³ Umzugsgut je Quadratmeter Wohnfläche — eine 70-m²-Wohnung kommt damit auf 21 bis 35 m³.
Die Arbeitszeit. Sie ist der größte Posten überhaupt, und sie hängt weniger am Volumen als an den Wegen. Ein Stockwerk ohne Aufzug kostet bei dreißig Kubikmetern grob eine halbe bis dreiviertel Stunde zusätzlich, je Geschoss. Ein Trageweg von achtzig statt zwanzig Metern kostet ein bis zwei Stunden.
Die Entfernung. Sie ist der am meisten überschätzte Posten. Bis rund fünfzig Kilometer fällt die Strecke kaum ins Gewicht; abgerechnet wird sie mit 0,55 € pro Kilometer. Ein Umzug von Pasing nach Fürstenfeldbruck kostet an Fahrtkosten etwa vierzehn Euro einfach — weniger, als eine schwierige Innenstadtadresse an zusätzlicher Arbeitszeit verursacht.
Die Zusatzleistungen. Verpackung, Montage, Küche, Einlagerung. Hier entscheiden Sie, wie viel Sie selbst übernehmen.
Drei durchgerechnete Beispiele
Beispiel 1: Einzimmerwohnung, Maxvorstadt, 4. Stock ohne Aufzug
35 m², rund 15 m³, Team aus zwei Personen, ein halber Tag. Grundpreis am oberen Ende der ersten Zeile, weil vier Etagen ohne Aufzug zu tragen sind. Dazu Verpackungsmaterial und eine Halteverbotszone an der alten Adresse — in der Maxvorstadt praktisch unverzichtbar. An der neuen Adresse in Moosach ist keine nötig.
- Grundpreis: oberes Drittel von 450 – 850 €
- Verpackungsmaterial: unteres Ende von 80 – 250 €
- Halteverbotszone, eine Adresse: 300 €
Realistischer Gesamtbereich: 950 bis 1.250 € brutto.
Beispiel 2: Dreizimmerwohnung, Haidhausen nach Trudering
85 m², rund 35 m³, Team aus drei bis vier Personen, ein voller Tag. Zweiter Stock ohne Aufzug an der alten Adresse, Reihenhaus mit Einfahrt an der neuen. Möbeldemontage für zwei Kleiderschränke und ein Hochbett, Küche bleibt in der alten Wohnung. Halteverbotszone nur in Haidhausen.
- Grundpreis: Mitte von 1.100 – 2.000 €
- Möbeldemontage und -montage: Mitte von 200 – 600 €
- Halteverbotszone, eine Adresse: 300 €
Realistischer Gesamtbereich: 2.000 bis 2.600 € brutto.
Beispiel 3: Hausumzug, Gräfelfing nach Starnberg
175 m², rund 75 m³, Team aus fünf Personen, zwei Tage. Ausgebautes Dachgeschoss, voller Keller, Garage und Gartenhaus. Küche zieht mit. Beide Adressen mit langem Weg vom Fahrzeug zur Haustür. Keine Halteverbotszonen, dafür Trageweg-Aufwand an beiden Enden.
- Grundpreis: oberes Drittel von 2.400 – 4.500 €
- Küchenab- und -aufbau: Mitte von 400 – 1.200 €
- Möbeldemontage und -montage: oberes Ende von 200 – 600 €
- Kilometerpauschale, rund 20 km: etwa 11 € einfach
Realistischer Gesamtbereich: 4.800 bis 6.200 € brutto.
Warum zwei Angebote so weit auseinanderliegen können
Wenn Sie für dieselbe Wohnung Angebote über 1.400 und über 2.400 Euro bekommen, liegt das selten an der Marge. Es liegt fast immer an einem dieser Punkte:
Der Leistungsumfang ist nicht derselbe. Ein Angebot enthält Demontage und Montage, das andere nicht. Vergleichen Sie Position für Position, nicht Summe gegen Summe.
Eines der beiden Angebote ist ohne Besichtigung entstanden. Dann ist es entweder großzügig kalkuliert oder es wird nachgefordert. Ein seriöses Angebot nennt den Leistungsumfang, das Personal, den Termin und einen Festpreis — und das setzt voraus, dass jemand die Wohnung gesehen hat.
Der Keller wurde nicht aufgemacht. Ein durchschnittliches Münchner Kellerabteil enthält drei bis sechs Kubikmeter. Bei einer Zweizimmerwohnung ist das ein Viertel des gesamten Volumens.
Es wird nach Stunden statt nach Festpreis abgerechnet. Ein Stundensatz sieht auf dem Papier günstig aus und verlagert das gesamte Risiko auf Sie. Beim Festpreis trägt es das Unternehmen.
Was Sie selbst am Preis ändern können
Es gibt vier Hebel, und sie wirken unterschiedlich stark.
Selbst packen. Spart die Vollverpackung von 300 – 900 €. Der Haken steht im Kleingedruckten des Gesetzes: Bei selbst gepackten Kartons ist die Haftung für Transportschäden am Inhalt eingeschränkt. Der Mittelweg — Sie packen Bücher und Kleidung, wir packen Geschirr und Elektronik — kostet einen Bruchteil und erhält die Haftung für die Stücke, um die es geht.
Vorher ausmisten. Jeder Kubikmeter, der nicht mitzieht, kostet nichts. Bei einem Hausumzug sind zehn bis zwanzig Prozent Volumenreduktion realistisch, und das ist mehr wert als jede Verhandlung über den Stundensatz.
Die Halteverbotszone einrichten. Das klingt nach zusätzlichen 300 € und ist in der Innenstadt fast immer eine Einsparung: Achtzig Meter Trageweg kosten bei dreißig Kubikmetern mehr an Arbeitszeit als die Zone.
Nicht zum Monatsende ziehen. Ändert nichts am Preis, aber viel an der Verfügbarkeit — und wer Auswahl hat, verhandelt besser.
Und der Besichtigungsservice?
Er kostet 290 € als Festpreis und wird bei Auftragserteilung angerechnet. Für die meisten Wohnungen reicht eine Videobesichtigung von zwanzig Minuten und führt zum selben verbindlichen Festpreis. Der Punkt der Besichtigung ist nicht die Höflichkeit, sondern die Verbindlichkeit: Erst danach steht ein Preis, der auch am Umzugstag noch gilt.
Was ein Umzug in München nicht kostet
Drei Posten, die regelmäßig erwartet und bei uns nicht berechnet werden:
Wartezeit, die wir zu verantworten haben. Wenn das Team später kommt als vereinbart, ist das unser Problem, nicht Ihres.
Mehrzeit gegenüber der Schätzung. Der Festpreis ist ein Preis, kein Stundensatz. Wenn ein Umzug länger dauert als kalkuliert, trägt das Risiko das Unternehmen. Berechnet wird nur, was zusätzlich beauftragt wurde — und das immer nach vorheriger Absprache.
Die Anfahrt innerhalb Münchens. Sie ist im Grundpreis enthalten. Erst ab Fahrten ins Umland und darüber hinaus greift die Kilometerpauschale.
Was dagegen tatsächlich zusätzlich anfällt, steht in der zweiten Tabelle oben — vollständig.
Wann ein günstiges Angebot ein teures ist
Vier Signale, bei denen wir an Ihrer Stelle nachfragen würden:
Ein Festpreis ohne Besichtigung. Niemand kann das Volumen einer Wohnung am Telefon so genau erfassen, dass daraus ein verbindlicher Preis wird. Wer es trotzdem zusagt, kalkuliert großzügig oder fordert nach.
Ein Stundensatz ohne Obergrenze. Er sieht auf dem Papier günstig aus und verlagert das gesamte Risiko auf Sie. Fragen Sie nach einer geschätzten Gesamtdauer und danach, was passiert, wenn sie überschritten wird.
Keine schriftliche Leistungsbeschreibung. Ein Angebot, das nur eine Summe nennt, ist kein Angebot. Es muss darin stehen, wie viele Leute kommen, was demontiert wird, ob Material enthalten ist und wer die Halteverbotszone beantragt.
Barzahlung ohne Rechnung. Abgesehen davon, dass es steuerlich nichts bringt: Ohne Rechnung gibt es auch keine belegbare Haftung. Wenn etwas kaputtgeht, stehen Sie ohne Vertrag da.
Der Preisvergleich, der funktioniert
Holen Sie zwei bis drei Angebote ein und vergleichen Sie nicht die Endsummen, sondern diese fünf Zeilen:
- Wie viele Personen kommen?
- Ist Demontage und Montage enthalten — und für welche Möbel?
- Ist Verpackungsmaterial enthalten, und wie viel?
- Wer beantragt die Halteverbotszonen, und sind sie im Preis?
- Was passiert, wenn am Umzugstag mehr da ist als kalkuliert?
Die fünfte Frage ist die aussagekräftigste. Ein Anbieter, der darauf eine klare Antwort hat, hat auch eine klare Kalkulation.
