Was der Küchenumzug kostet
Küchenab- und -aufbau kostet 400 – 1.200 € brutto, je nach Größe und Ausstattung. Enthalten sind Unter- und Oberschränke, Arbeitsplatte, Spüle, Armatur und die Elektrogeräte.
Nicht enthalten ist alles, was Schreinerarbeit ist: ein neuer Zuschnitt der Arbeitsplatte, angepasste Blenden, neue Sockelleisten. Das kommt regelmäßig dazu, und es ist der Grund, warum ein Küchenumzug häufiger teurer wird als geplant.
Was sich übertragen lässt — und was nicht
Was mitzieht: Korpusse, Fronten, Griffe, Schubladen, Auszüge, Oberschränke, Elektrogeräte, Spüle und Armatur.
Was fast nie passt: die Arbeitsplatte.
Das ist der Punkt, an dem die meisten Küchenumzüge scheitern — oder jedenfalls teurer werden. Eine Arbeitsplatte ist auf den Zuschnitt Ihrer alten Küchenzeile gefertigt: Länge, Ausschnitt für die Spüle, Ausschnitt für das Kochfeld, Kantenbearbeitung an den sichtbaren Enden. In der neuen Küche stimmt in aller Regel mindestens eines davon nicht.
Drei Fälle:
- Die neue Zeile ist kürzer. Dann lässt sich die Platte kürzen — sofern der Ausschnitt für die Spüle nicht im Weg liegt.
- Die neue Zeile ist länger. Dann braucht es eine neue Platte oder einen Stoß, und ein Stoß in einer Arbeitsplatte ist immer eine Kompromisslösung.
- Die Anordnung ist anders — L-Form statt gerade, Spüle am Fenster statt an der Wand. Dann braucht es eine neue Platte.
Was ebenfalls selten passt: Sockelblenden und Passleisten. Die sind auf die alte Raumgeometrie zugeschnitten und müssen fast immer neu gemacht werden. Das ist kein großer Posten, taucht aber im Angebot auf und überrascht sonst.
Die Frage, die man vorher stellen sollte
Lohnt sich das Mitnehmen überhaupt?
Rechnen Sie ehrlich gegen:
- Ab- und Aufbau: 400 – 1.200 €
- Neue Arbeitsplatte, falls nötig: je nach Material ein dreistelliger bis vierstelliger Betrag
- Neue Blenden und Passleisten
- Zusätzliches Transportvolumen: eine Küchenzeile sind etwa 4 bis 6 Kubikmeter
Bei einer zehn Jahre alten Standardküche aus einem Möbelhaus landet diese Summe häufig in der Größenordnung einer neuen Einbauküche. Dann ist die Antwort klar.
Bei einer hochwertigen Küche mit guten Geräten — Induktionsfeld, Dampfgarer, ordentlicher Kühlschrank — lohnt sich das Mitnehmen fast immer, weil die Geräte allein den Aufwand rechtfertigen.
Ein Zwischenweg, den viele übersehen: Nur die Geräte mitnehmen. Kühlschrank, Backofen, Kochfeld und Geschirrspüler ziehen mit, die Möbel bleiben. Das kostet einen Bruchteil und sichert den Teil, der tatsächlich Wert hat.
Was am neuen Ort geprüft werden muss
Bevor der Aufbau beginnt, müssen vier Dinge stimmen:
Der Wasseranschluss. Zu- und Ablauf müssen dort liegen, wo die Spüle hinkommt. Verlegen ist Installateursarbeit und braucht eigene Planung.
Der Starkstromanschluss. Ein Elektroherd braucht einen eigenen Anschluss. Ist der nicht da, wo die Küchenzeile hin soll, ist das ein Elektrikertermin, kein Umzugstermin.
Der Gasanschluss. Wir schließen keine Gasgeräte an. Das darf nur ein eingetragener Installateur, und diese Grenze verschieben wir nicht — wir stellen das Gerät, den Anschluss macht die Fachfirma.
Die Raummaße. Eine Küchenzeile von 3,60 Metern passt nicht in eine Nische von 3,40. Das klingt selbstverständlich und ist der zweithäufigste Grund, warum ein Küchenumzug am Umzugstag stoppt.
Der Ablauf am Umzugstag
Die Küche ist bei fast jedem Umzug der Engpass, und deshalb steht sie zeitlich am Anfang und am Ende:
Am alten Ort zuerst. Der Abbau beginnt, bevor der Rest der Wohnung verladen wird — zwei bis drei Stunden, während parallel gepackt und getragen wird.
Am neuen Ort zuletzt. Der Aufbau läuft, wenn die anderen Räume schon eingeräumt sind. Drei bis sechs Stunden, je nach Größe und Anschlusssituation.
Was Sie vorher tun: Küche vollständig ausräumen. Alle Schränke, alle Schubladen, auch die Oberschränke. Und den Kühlschrank am Vortag abtauen — ein Kühlschrank, der auf dem Wagen abtaut, ist ein Wasserschaden mit Ansage.
Wenn etwas beim Abbau bricht
Bei einer Küche ist das wahrscheinlicher als bei anderen Möbeln, und der Grund ist konstruktiv: Küchenkorpusse aus Spanplatte sind für einen Aufbau gerechnet, nicht für zwei. Die Verbinder sitzen beim zweiten Mal weniger fest, Dübellöcher reißen aus, Rückwände sind angetackert und nicht verschraubt.
Wo wir das bei der Besichtigung sehen, sagen wir es vorher. Wo es beim Abbau auffällt, bauen wir mit Verstärkung wieder auf — statt hinterher zu erklären, dass es vorher schon locker war.
Es gilt die gesetzliche Haftung nach § 451e HGB mit 620 Euro je Kubikmeter Laderaum. Bei einer Küche mit 5 Kubikmetern sind das 3.100 Euro — realistischer als bei den meisten anderen Möbeln, weil eine Küche selten mehr wert ist, als diese Grenze deckt.
Der ehrliche Rat
Wenn Ihre Küche älter als zehn Jahre ist, aus Spanplatte besteht und Standardgeräte hat: Lassen Sie sie stehen und nehmen Sie höchstens die Geräte mit. Das spart Geld, Zeit und die Diskussion über eine Arbeitsplatte, die am Ende doch neu gemacht werden muss.
Wenn Ihre Küche hochwertig ist, gut gepflegt und mit Geräten, die Sie sonst neu kaufen müssten: nehmen Sie sie mit. Dann rechnet sich der Aufwand.
Was Sie in beiden Fällen tun sollten: die Entscheidung vor der Besichtigung treffen, nicht danach. Sie ändert das Volumen um mehrere Kubikmeter und damit die ganze Kalkulation.
Was Sie vor dem Abbau selbst erledigen
Alles ausräumen. Ober- und Unterschränke, Schubladen, Auszüge, Vorratsschrank. Eine Küche, die am Umzugsmorgen noch voll ist, kostet eine Stunde, bevor überhaupt jemand einen Schraubendreher ansetzt.
Den Kühlschrank am Vortag abtauen und trocknen. Ein abtauender Kühlschrank auf der Ladefläche ist ein Wasserschaden mit Ansage — und er trifft alles, was neben ihm steht.
Die Spülmaschine leerlaufen lassen und das Restwasser abpumpen.
Fotografieren. Machen Sie vor dem Abbau Fotos der Küche von zwei Seiten, dazu Nahaufnahmen der Anschlüsse hinter den Geräten. Beim Aufbau am neuen Ort beantwortet das Fragen, die sich sonst nur durch Ausprobieren klären lassen.
Kleinteile sichern. Herausnehmbare Einlegeböden, Besteckeinsätze und Auszugsdämpfer verschwinden zuverlässig, wenn sie lose transportiert werden. Wir verpacken sie beschriftet je Schrank.
Die Reihenfolge beim Aufbau
Am neuen Ort läuft es in dieser Folge, und Abweichungen kosten Zeit:
- Anschlüsse prüfen — Wasser, Abwasser, Strom, gegebenenfalls Gas. Vor allem anderen.
- Unterschränke stellen und ausrichten — auf den Millimeter, weil die Arbeitsplatte darauf liegt.
- Arbeitsplatte auflegen und anpassen — hier entscheidet sich, ob die alte Platte passt.
- Spüle und Armatur einsetzen und anschließen.
- Geräte einbauen und anschließen — außer Gasgeräten.
- Oberschränke montieren — zuletzt, weil man darunter arbeiten können muss.
- Blenden, Sockel und Leisten — der Teil, der fast immer angepasst werden muss.
Rechnen Sie mit drei bis sechs Stunden. Wenn die Arbeitsplatte neu zugeschnitten werden muss, wird daraus ein zweiter Termin — deshalb klären wir diese Frage bei der Besichtigung und nicht beim Aufbau.
Wenn die Küche im Mietvertrag steht
Ein Sonderfall, der in München häufig vorkommt: Die Küche gehört dem Vormieter, und Sie haben sie übernommen — oder Sie verkaufen sie an den Nachmieter.
Zwei Dinge sollten Sie dann schriftlich haben: wer sie abbaut und in welchem Zustand sie übergeben wird. Wenn ein Nachmieter die Küche übernimmt, sie aber selbst abbauen soll, ist das eine andere Vereinbarung, als wenn Sie sie funktionsfähig zurücklassen. Ohne Klärung entsteht der Streit regelmäßig am Übergabetag, wenn es zu spät ist, ihn zu lösen.
